Die Notgeldausstellung 1921
Vom 3. bis 11. September 1921 fand auf der Leuchtenburg bei Kahla eine Notgeldausstellung statt, die in ihrer Bedeutung und Ausgestaltung einzigartig blieb. Das Stadt‑Verkehrs‑Amt gab eigens ein Sammelalbum zur Ausstellung heraus – ein deutliches Zeichen dafür, wie offensiv Kahla damals seine außergewöhnlich umfangreiche Notgeldproduktion präsentierte. Thüringer Städte und Gemeinden gehörten zwar generell zu den aktivsten Herausgebern von Serienscheinen, doch Kahla ragte mit seiner Vielzahl an Ausgaben besonders hervor. Die Ausstellung auf der Leuchtenburg diente nicht nur der Präsentation dieser kleinen Kunstwerke, sondern zugleich der Werbung für den damaligen Sammelboom und für die eigenen Serien. In dieser Kombination aus öffentlicher Schau, offizieller Unterstützung und gezielter Vermarktung war das Ereignis jedoch einmalig. Eine vergleichbare Notgeldausstellung hat es in Kahla und nach Einschätzung der Veranstalter in dieser Form auch anderswo nicht mehr gegeben.

Passage aus dem offiziellen Ausstellungsalbum:
„Im Gegensatz zu anderen Notgeld-Ausgabe-Stellen hat die Stadt Kahla nicht eine oder zwei große Auflagen, sondern eine Reihe verschiedener Ausgaben erscheinen lassen. Diese Einzelausgaben sind naturgemäß in Bezug auf Auflagenhöhe klein ausgefallen. Wo sie sich über eine angenommene angemessene Auflagenhöhe erheben konnten, ist das auf die Vorzüglichkeit der ihnen zugrunde liegenden führenden Idee zurückzuführen. Diese ließ neben dem Verbraucher des Notgeldes im täglichen Verkehr dem Käufer aus Notgeldsammlerkreisen erstehen. Auch in Bezug auf die innere Ausstattung ihrer Notgeldausgaben ging die Stadt Kahla eigene Wege. Sie hielt sich nicht wie sonst allgemein üblich an das rein Örtliche gebunden (siehe die „Historische Serie“, die „Muck-Lamberty-Serie“, die „Porzellan-Serie“), sondern griff darüber hinaus größere Probleme auf (siehe „Statistische Serie“, „Hindenburg-Serie“, „Kriegergedächtnis-Serie“, „Weihnachts-Serie“, „Silvester-Serie“).„
Der folgende Text vermittelt die damalige Sicht der Veranstalter auf ihre Ausstellung und zeigt, wie sie die Bedeutung der Ausstellung einschätzten:
„Vom 03. bis 11. September 1921 veranstaltete das V.A.K. (Verkehrs-Amt-Kahla) auf der Leuchtenburg die Deutsche Notgeld-Ausstellung. Diese Ausstellung ist bis heute noch die größte derartige Ausstellung gewesen. Sie hat uneingeschränktes Lob nicht nur in Sammlerkreisen, sondern auch in Laienkreisen gefunden und sie darf als besonderes Lob für sich in Anspruch nehmen, dass sie unwillige Kritik nur von solchen Stellen fand, die selbst eine derartige Ausstellung unternehmen wollen (Frankfurt, Halle), sich nun aber durch das kleine Kahla plötzlich überflügelt sahen. Nach der Leuchtenburg-Ausstellung entstanden an vielen Orten Notgeld-Ausstellungen. Sie sind sämtlich mehr oder minder bedeutungslos verlaufen.„
